NV AUF geht’s ergriff die Initiative, dass der Rat der Stadt Neukirchen-Vluyn sich gegen die EU-Pläne ausspricht und sich mit den Bergleuten und ihren Familien, den bedrohten mittelständischen Betrieben der Region solidarisch erklärt. Damit sich alle Ratsparteien dahinter stellen können, wurde gemeinsam mit der SPD-Fraktion ein Entwurf zur Ratssitzung im September eingebracht. Der Entwurf stellte deshalb die Ablehnung des vorzeitigen Aus durch die EU-Pläne und die Solidarität in den Mittelpunkt, ohne weitergehende Standpunkte in der "Kohlefrage" einzubringen. Damit hätte jede Fraktion sich dahinter stellen können.
Auf der Ratssitzung brachte dann die CDU-Fraktion Änderungen ein, die unsere Fraktion nicht mehr unterstützen konnte. Dies betraf – wie im Vorspann der mehrheitlich verabschiedeten Resolution – den Appell an die Bundes- und Landesregierung, die "bestehenden Verträge" einzuhalten und den "Ausstieg sozialverträglich" abzuwickeln.
Erstens kann man nicht auf das "Steinkohle-Finanzierunggesetz" pochen, wenn es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Zweitens sprechen wir uns gegen den Auslauf der Zechen aus, solange keine gleichwertigen Ersatzarbeitsplätze geschaffen sind. Drittens ist das Märchen von der "Sozialvertäglichkeit" gescheitert, wenn im November für über 300 Azubis die Verträge nicht verlängert werden. Wir erklären uns uneingeschränkt solidarisch mit den Kumpels und ihren Familien, und sie können sich darauf verlassen, dass wir die Wahrheit ans Licht bringen.

Resolution des Rates der Stadt Neukirchen-Vluyn zum EU-Plan „Stilllegung des Bergbaus im Jahre 2014“:

"Der Rat der Stadt Neukirchen-Vluyn unterstützt die Bundes- und Landesregierung in ihren Bestrebungen, die bestehenden Verträge über den sozialverträglichen und geordneten Ausstieg an der Steinkohlefinanzierung aufrecht zu erhalten. Er ist besorgt über die Vorgehensweise der EU-Kommission, die am 20. Juli dieses Jahres den vorzeitigen Auslauf der Steinkohlesubventionen und damit die Schließung deutscher Zechen bis Oktober 2014 - vier Jahre früher als bisher geplant – gefordert hat.
Das von der EU betriebene vorzeitige Aus der Subventionen in 2014 würde mindestens 7.000 Bergleuten den Arbeitsplatz kosten. Zum ersten Mal käme es zu offenen Massenentlassungen. Neben diesen betriebsbedingten Kündigungen wäre der Verlust von weiteren über 10.000 Stellen in der Zulieferindustrie unausweichlich. Der Vorschlag aus Brüssel für eine neue Kohlebeihilferichtlinie zerstört die Entwicklungsperspektiven. Das hätte auch in unserer Region am linken Niederrhein gravierende und fatale Auswirkungen!
Wir, die Mitglieder des Rates der Stadt Neukirchen-Vluyn, fordern deshalb, dass von der Bundesregierung alles dafür getan wird, den Plan der EU-Kommission auf Europa-Ebene zu verhindern. Wir erklären uns mit den betroffenen Arbeitnehmern, ihren Familien, den Auszubildenden, den Geschäftsleuten und den bedrohten mittelständischen Unternehmen der Region solidarisch."